Der Blutegel

Blutegel

Der Blutegel (Hirudo medicinalis) hat seit fast 3000 Jahren seinen Platz in der Medizin. Angefangen hat diese Art der Therapie in der chinesischen Medizin um 600 v. Chr. .
Der Blutegel gehört zu den Ringelwürmern und ist mit dem Regenwurm verwand. Sein Körper besteht aus 33 Segmenten und hat eine Länge von ca. 4-12 cm. Bei völliger Streckung oder vollgesogen erreicht er eine Länge von 25cm. Die Färbung der Tiere ist sehr variabel. In der Regel ist der Rücken der Tiere in einem dunklen olivgrün und der Bauch ist grüngelb gefärbt. Ein besonderes Merkmal sind die seitlichen braunen Streifen, von denen der Egel beidseitig jeweils 3 Stück besitzt. An beiden Enden des Blutegels befindet sich jeweils ein Saugnapf. Der hintere Saugnapf dient lediglich als Haltemechanismus und der Fortbewegung an Land, der Vordere hingegen beinhaltet die Mundöffnung. Im Mund liegen 3 scheibenförmig angeordnete Kiefer, die jeweils ca. 80 Kalkzähnchen haben. Der Lebensraum der Blutegel sind vorwiegend Gewässer oder feuchte Umgebungen, da er ansonsten austrocknen würde.

 

Die Wirkweise

Während des Saugens schüttet der Blutegel mit seinem Speichel eine Art Wirkstoffcocktail aus. Dieser Cocktail besteht aus einer Vielzahl von Substanzen, von denen jedoch nur 8 benannt und erforscht sind. Zu ihnen gehören:

  • Hirudin (sorgt für die Hemmung der Blutgerinung. Direkter Hemmstoff von Throbin (wichtigster Gerinnungsfaktor des Blutes) und hält die Wunde während des Saugens offen.)
  • Calin (sorgt im Anschluss an das Hirudin für das etwa 8-12 Stunden andauernde Bluten der Wunde. Dies hat eine reinigende Aufgabe (Aderlass)
  • Destabilase (Auflösung von Blutgerinseln)
  • Bdelline (wirkt Enzymhemmend)
  • Eglin (hat eine entzündungshemmende Eigenschaft)
  • Kollagenase (wirkt ebenfalls gerinnungshemmend und zugleich wachstumsfördernd für Neuriten)
  • Hyaluronidase (wirkt leicht antibiotisch und fördert die lokale Gefäßerweiterung)

Indikationen

Die Blutegeltherapie hat ein sehr weites Spektrum, in dem sie eingesetzt werden kann. Dazu gehören folgende Erkrankungen

Gelenkerkrankungen:

  • Arthrosen jeglicher Art (Spat, Schale Gonarthrose etc.)
  • Arthritis
  • Hufrollen-Syndrom
  • Wirbelsäulenerkrankungen (Kissing Spines, Spondylose etc.)
  • Bandscheibenvorfall
  • Patellaluxation/-fixation

Muskuläre Erkrankungen:

  • Sehnenerkrankungen
  • Myogelosen
  • Muskelzerrung/- faserriss

Hautkrankheiten:

  • Ekzem
  • infektiöse Wunden
  • Wundheilungsstörung
  • Phlegmone (Einschuss)
  • Narben

Des weiteren kann eine Blutegeltherapie bei harten Gallen, Bursitiden (Schleimbeutelentzündungen), Hufrehe und immer wiederkehrende ISG Blockaden angewandt werden.

Kontakt

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